Jule Harder

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Szenen voller Einsamkeit, Angst und Hoffnung
Die Welt, 2000

Zwei Menschen hocken, leicht gebeugt, auf einer Bank in kahler Umgebung, einsam und verloren. Eine Szene voller Verlassenheit. Aber im Hintergrund strahlt Licht. "Ein Zeichen der Hoffnung", sagt Anna-Sabine Harder. Nach sieben Jahren Auszeit ist sie jetzt wieder mit einer Ausstellung in die Öffentlichkeit getreten. Bis 20. August zeigt die Blankeneserin im Dom zu Lübeck Gemälde und Zeichnungen unter dem Motto "Paternoster". Das Gleichnis vom ewigen Kreislauf, vom Auf mid Ab, von Abschied und Wiederkehr zieht sich durch ihre gesamten Arbeiten. Dennoch - bei aller Tristesse und trotz Visionen von Höllenstürzen und Ausweglosigkeit lässt sie sich und den Betrachtern immer einen Hauch der Hoffnung.

Anna-Sabine Harder, Jahrgang 1947, hat an der Hamburger Hochschule für bildende Künste unter anderem bei Gustav Seitz studiert, ihre Ausbildung in München vervollkommnet und malt, nach Stationen in den Niederlanden und Spanien, wieder in der Hansestadt. Die jetzige Werkschau präsentiert neue und ältere Arbeiten: ein Bild der Großmutter Anna, einer Pianistin, die in van Goghscher Manier im Sessel thront, ein Porträt der Tochter Line mit nostalgischer Haube, Zeichnungen von barocker Dynamik auf Packpapier, darunter ein Höllensturz. Aber dabei reißt es die Verdammten nicht in die Tiefe, sondern sie versuchen ans Licht zu gelangen. Ob das gelingt? Am Ende bleiben immer Fragen, wie beim Bild "Die roten Kappen", das zwei Figuren zeigt Männer oder Frauen? Inquisitoren oder Revolutionäre? Die Malerin zuckt mit den Schultern und lächelt...

Harders Bilder hängen im Chor des Lübecker Doms, an den Säulen, zwischen mittelalterlichen Grabmälern und den Porträts von Geistlichen. Kein schlechter Rahmen für die Szenen von Einsamkeit und Angst, der Suche nach Auswegen und der Hoffnung.

gs