Jule Harder

Presse

  • Presse 1969
  • Presse 1981/2
  • Presse 1981/2
  • Presse 1994
  • Presse 2000/1
  • Presse 2000/2
PDF-Portfolio zum Herunterladen (6MB)

In völliger Isolation
Hamburger Abendblatt, 1981

Ihre Freunde rufen sie Jule. Das klingt burschikos. Doch Anna Sabine Harder-Schroeder aus Nienstedten ist es nicht. Die 32jährige Malerin und Mutter von Katinka, 11, und Line, 9, schaut mit ihren dunklen Augen wie gebannt hinter allem Burschikosen und Oberflächlichen. An der Staffelei am Langenhegen 18 legt sie dann die zweite Schicht des Menschen frei, das, was hinter der Alltagsmaske liegt.

Sie kapselt sich bei der Arbeit ab. Keiner darf sie stören. Nur dem Kater und der Katze ist es gestattet, auf weichen Pfoten herumzuschleichen.

Als Jule Harder die Kunstschule am Lerchenfeld besuchte, war es schon so. Sie fuhr dann nach Hause, um arbeiten zu können. "Ich brauche die völlige Isolation", bekennt sie. Als Siebenjährige malte sie schon in sich versunken. "Eines der Märchenbilder von einst rettete Großmutter über die Zeit." In der Ausstellung in der Eduard-Hallier-Bücherhalle ist es neben norddeutschen Landschaften zu sehen.

Sehend zu gestalten - ihre Mutter Gesine Schroeder lebte es ihr als Bildhauerin vor. In der Rudolf-Steiner-Schule Nienstedten wurde die Sensibilität der begabten Tochter in breitere künstlerische Bahnen gelenkt.

Das weite Land unter dem großen Himmel liebt sie, Sylt. In der Toscana ist sie vom hellen Licht fasziniert, beim Spaziergang durch Nienstedten von Menschen, deren Gesichter auffallen, deren Haltung beim Sitzen unfreiwillige Komik oder satte Zufriedenheit verraten.

Das alles wird gespeichert, im Nacherleben verformt, manchmal gemalt. Es entsteht der Mensch auf großflächiger Presspappe, so, wie ihn Anna Sabine Harder-Schroeder sieht.

gp